05.11.22-13.11.22
Die Fahrt von Puno nach Arequipa ist lang, aber nicht so lang, dass sich ein Nachtbus lohnen würde. Wir verbringen also den Tag größtenteils im Bus. Arequipa liegt deutlich tiefer als Puno, also dachten wir, der Bus würde überwiegend bergab fahren. Falsch gedacht. Es geht immer weiter nach oben, bis auf 4500m! Später durchqueren wir den Nationalpark Salinas y Aguada Blanca. Man sieht blaue Bergseen, grasende Vicunas und irgendwann auch die Vulkane nordöstlich der Stadt. All das liegt eingebettet in eine karge Wüstenlandschaft mit, leider, stellenweise recht viel Müll. Den Abend verbringen wir in einer kleinen, hübschen Rooftop-Bar.



Arequipa wird auch die weiße Stadt genannt. Tatsächlich sind die Kolonialbauten in der Altstadt überwiegend weiß, da sie aus Sillar, einem Vulkangestein, gebaut wurden. Die Plaza de Armas hier ist riesig, und die mit Abstand schönste von allen peruanischen Städten. Nummer eins Attraktion in Arequipa ist das Monasterio de Santa Catalina. Das im 16. Jahrhundert gegründete Kloster ist ein wahres Labyrinth aus Gassen, Zimmern und rußgeschwärzten Küchen. Mit seinen buntgestrichenen Wänden und den vielen Blumentöpfen ist es ein beliebtes Fotomotiv. Außerdem enthält es eine größere Sammlung religiöser Kunstwerke.





Wir lassen uns ein bisschen treiben, durch die Straßen und über den San Camilo Markt. Bewundern den Innenhof der Iglesia de la Compania und schlendern hoch zum Yanahuara Aussichtspunkt. Der Weg dorthin ist hübscher als die Aussicht selbst (ziemlich verbaut). Am letzten Tag beobachten wir noch ein bisschen die Lamas und Alpakas in Mundo Alpaca.



Die zweite Nachtbusfahrt in Peru bringt uns nach Nazca. Frühmorgens ist die Stadt noch wie ausgestorben, im Lauf des Tages wird es immer voller und lauter, überall öffnen Marktstände und kleine Geschäfte. Nazca ist kaum touristisch und das merkt man. Hierher kommt nur, wer die berühmten Linien im Wüstenboden sehen möchte. Den Chesna-Flug leisten wir uns nicht. Dafür nimmt uns ein Reisebus ein paar Minuten mit hinaus in die Wüste. Zu dem kleinen Aussichtsturm, der den Blick auf drei der Geoglyphen ermöglicht. Zurück können wir glücklicherweise bei einer peruanische Familie ins Auto steigen. Bis der nächste Bus kommt kann es 30-40min dauern. Abends besuchen wir das Planetarium, das Infos rund um die Nazca-Linien und die Forscherin Maria Reiche zeigt.

Die nächsten zwei Nächte verbringen wir in einem wirklich coolen Hostel am Stadtrand von Ica. Von dort kann man in ein paar Minuten nach Huacachina laufen. Diese Wüstenoase ist angeblich die einzige in ganz Südamerika. Die Hauptattraktion sind Fahrten in einem Sandbuggy, kombiniert mit Sandboarding. Es gefällt mir besser als erwartet, mich auf den Dünen durchschütteln zu lassen und selbige anschließen auf einem Brett hinunter zu rutschen.





Letzte Station in Peru: Paracas. Eine Küstenstadt mitten in der Wüste. Dass sie klein und teuer ist wussten wir. Trotzdem ist es der einzige Ort im Land, der mich enttäuscht hat. Es gibt nur die Hauptstraße mit touristischen Restaurants, eine Promenade am vermüllten Strand (Hafenbecken letztendlich) und ungeteerte Nebenstraßen, wo die Einheimischen wohnen. Krasse Gegensätze, obwohl auch viele Peruaner hier Urlaub machen. Es gibt genau zwei mögliche Aktivitäten: Im Bus oder mit dem Fahrrad durch den angrenzenden Nationalpark fahren und die Bootstour zu den Islas Ballestas. Für eine entspannte Radtour reicht unsere Zeit hier nicht aus, also machen wir nur die Bootstour. Meine Erwartungen sind nicht hoch, aber ich bin positiv überrascht. Nach einem kurzen Stopp vor einer weiteren Geoglyphe unbekannten Alters, umrunden wir die Vogelinseln. Das Areal ist erstaunlich groß und die zerklüfteten Felsen sind an sich schon hübsch anzusehen. Aber die Bewohner sind noch faszinierender. Alle lieben die Humboldt-Pinguine, wir sehen knapp dreißig von ihnen! Es gibt dutzende weiterer Vogelarten (kenne mich mit Namen nicht so aus), die den Himmel füllen und die Felsen bedecken. Außerdem Seelöwen, die faul herum liegen. Unser Guide macht uns auch auf Muscheln, Krabben und Seesterne aufmerksam. Nach zwei Stunden sind wir wieder an Land. Es hat sich definitiv gelohnt!





