20.10.2024-26.10.2024
Am Stadtrand von Kobe liegen die Nunobiki Wasserfälle. Weil sie so gut und schnell erreichbar sind (direkt hinter dem Bahnhof Shin-Kobe), sind sie ein beliebtes Ausflugsziel. Der Wanderweg beginnt gleich hinter dem Bahnhofsgebäude, trotzdem irren wir eine ganze Weile herum, bis wir den im Untergeschoss versteckten Durchgang finden. Dann erreichen wir nach wenigen Minuten Laufweg den unteren Doppelwasserfall. Der weitere Weg entlang des Flusses ist aktuell gesperrt, stattdessen geht es über betonierte Serpentinen weiter den Berg hinauf. Dort liegen die anderen beiden (bekannteren) Wasserfälle, der oberste ist der größte. Ab hier ist der Pfad ein bisschen naturbelassener. Wir kommen an einem kleinen Stausee vorbei und erreichen schließlich den unteren Eingang der Herb Gardens. Im Hang sind hier wunderschöne Blumenbeete und Nutzpflanzengärten angelegt. Wir laufen langsam an den bunten Blüten vorbei und genießen die Sonne. Am oberen Ende befindet sich ein Restaurant und ein Souvenirladen (es gibt sogar Topfpflanzen zu kaufen) und die Gondelstation, von der aus wir zurück nach Kobe schweben. Mit einem to-go Mittagessen im Gepäck fahren wir weiter nach Arimaonsen. Wie der Name schon verrät, gibt es in diesem Bergdorf heiße Quellen. Die Hauptstraße ist von touristischen Läden gesäumt. Unser Hotel liegt im ruhigeren, oberen Teil des Ortes. Direkt gegenüber befindet sich eines der beiden öffentlichen Badehäuser. Kurz nach Sonnenuntergang gehen wir rüber und wärmen uns im Thermalwasser auf.








Da Arimaonsen auch ein beliebtes Ziel für Tagesausflügler ist, öffnen viele Läden erst um zehn oder elf Uhr, auch die, die Frühstück anbieten. Auf der Suche nach einem früher geöffneten laufen wir am Fluss entlang, über den sich hübsche kleine Brücken spannen. Am Nachmittag fahren wir mit einer Seilbahn auf den Berg Rokko. Schon die Aussicht von der Gondel aus ist beeindruckend. Dichter Wald erstreckt sich unter uns, alle paar hundert Meter ändern sich die vorherrschenden Baumarten. Oben angekommen wird die Sicht noch besser. Bei strahlendem Sonnenschein sehen wir große Teile der dicht bebauten Kansai-Region und der Bucht von Osaka. Auch an diesem Abend gehen wir in ein öffentliches Bad. Dieses wird von einer anderen Quelle gespeist. Das Wasser enthält Eisenoxid und ist entsprechend trüb und braun gefärbt.






Der nächste Tag ist wenig ereignisreich. Mit Bus und Bahn fahren wir nach Osaka. Der dortige Bahnhof ist riesig und unübersichtlich. Wir müssen erst nach dem Weg fragen, um unser unterirdisches Gleis zu finden. Es ist hochmodern. Automatische Türen am Bahnsteig sind in Japan zwar nicht ungewöhnlich, aber hier sind sie in eine LED-Wand eingelassen. Diese zeigt Wagenreihung, Warnhinweise und Werbung an. Knapp vier weitere Stunden dauert unsere Fahrt nach Katsuura. Jeder Sitz im Zug ist mit einer Karte zur Verhaltensweise bei Tsunami-Warnung ausgestattet. Kein Wunder, denn der Zug fährt stellenweise nur wenige Meter vom Meeresufer entfernt. Der Ort lebt von der Fischerei, also gibt es Thunfisch zum Abendessen.



Unsere Unterkunft liegt direkt gegenüber vom Hafen. Hier findet morgens um sieben eine Thunfisch-Auktion statt. Hunderte Fische liegen ordentlich aufgereiht auf Planen. Gemeinsam mit vielen anderen Touristen sehen wir zu wie die Händler die Fische mit einem hakenförmigen Werkzeug begutachten. Vom Verkauf bekommt man nicht besonders viel mit, allerdings verstehen wir die Sprache ja auch nicht. Die verkauften Tiere werden jedenfalls mit Aufklebern markiert und zugeordnet. In der Hoffnung dem stärksten Regen zu entgehen, fahren wir erst am späten Vormittag mit dem Bus zum Beginn (oder Ende – je nach dem) eines Pilgerpfades. Die bewaldeten Berge der Kii-Halbinsel sind durchzogen von solchen Jahrhunderte alten Wegen, die zusammengefasst Kumano Kodo genannt werden. Im Daimon-zaka Hang sind die Steinstufen gesäumt von riesigen Zedern. Entgegen der Wettervorhersage fängt es jetzt erst an zu regnen. Nebelschwaden steigen aus dem Wald auf. Wir erreichen den Kumano Nachi Taisha Schrein. Direkt daneben liegt der buddhistische Seiganto-ji Tempel und noch ein Stück weiter die zugehörige mehrstöckige Pagode. Sie ist zusammen mit dem Nachi-Wasserfall eine bekannte Sehenswürdigkeit der Region. Leider ist das Gebäude aktuell komplett eingerüstet und der Anblick weit weniger beeindruckend als sonst. Wir laufen ein paar Meter auf dem Pilgerpfad, der tiefer in den Wald hinein führt. Die Stufen verlieren sich zwischen den hohen Bäumen. Die Atmosphäre ist mystisch. Gerne würde ich noch ein bisschen weiter wandern, aber bei dem Wetter macht es keinen Sinn. Der Regen ist stärker geworden. Wir laufen zu dem Aussichtspunkt, der am nächsten am Wasserfall liegt, bleiben aber nur kurz. Auf dem Weg zum Mittagessen beginnt es zu schütten. Nach wenigen Minuten sind wir klatschnass. Obwohl es noch nicht spät ist, beschließen wir heute nichts mehr anzuschauen. Wir nehmen sogar einen früheren Zug nach Osaka als geplant war. Dort haben wir ein Zimmer in einem ziemlich großen Hotel mit Pool auf der Dachterrasse. Von hier aus hat man einen schönen Ausblick auf die Lichter der nächtlichen Stadt.









Direkt am nächsten Morgen fahren wir von Osaka ins nahegelegene Kyoto. Die Stadt ist für japanische Kultur bekannt, es gibt dort unzählige Tempel. Da wir im letzten Jahr schon einmal hier waren, sehen wir uns die bekannten Attraktionen nicht nochmal alle an. Wir sind hier, weil Patrick gerne Kimonos für uns ausleihen möchte (das ist hier sehr beliebt, es gibt viele Läden die Gewänder zum Verleih anbieten). Fertig angezogen (oder eher fest eingewickelt) fahren wir zum Nationalgarten. Hier machen wir Fotos im Grünen. Dann tun wir uns doch nochmal die Straße voller Souvenirläden an, die zum Kiyomizu-dera Tempel hoch führt. Das Eingangstor ist eine schöne Kulisse, den Eintritt zum Hauptgelände zahlen wir aber nicht (sonst wird es zu spät). Kurz vor Ende unserer Reise schaffen wir es auch endlich einmal Sushi essen zu gehen.








Der letzte Tag in Japan beginnt mit einem großen Frühstücksbuffet. Danach fahren wir ins Cup Noodle Museum. Die „Ausstellung“ ist übersichtlich und nur japanisch beschriftet. Die eigentliche Attraktion ist die Möglichkeit aus verschiedenen Zutaten eine eigene Suppe zu kreieren. Es ist zwar ganz lustig, aber insgesamt sind wir ein bisschen enttäuscht. Zurück im Hotel testen wir den Pool. Das Wasser ist eiskalt, wir bleiben nur kurz. Auf der Suche nach etwas zu essen kommen wir am Riesenrad auf der Hep Five Shopping Mall vorbei und beschließen spontan mitzufahren. Hoch über der Stadt haben wir einen guten Blick auf Fluss, Bahnhof und die umliegenden Hochhäuser. Am Nachmittag wollen wir ein paar Souvenirs und Mitbringsel einkaufen gehen. Doch irgendwie werden wir in den zahlreichen Malls rund um den Bahnhof nicht so richtig fündig. Stattdessen irren wir wieder in den vielen Untergrundpassagen herum und suchen nach dem Weg. Zum Sonnenuntergang besuchen wir das Umeda Sky Building. Zwischen seinen beiden Türmen spannt sich im 40sten Stockwerk eine riesige Plattform. Wir sehen wie der rote Himmel langsam dunkler wird und die Lichter in der Stadt angehen. Ein schöner Abschluss für unsere Reise.







