Woche 37: Ljubljana und Škocjan Caves

19.06.23-22.06.23

Es sind immer noch ein paar Tage freie Zeit übrig. Nicht genug für eine weite Reise, aber genug für ein letztes Land in Europa. Mit dem Flixbus kommt man bequem und direkt von München nach Ljubljana. Wir haben ein Hostelzimmer im Zentrum gemietet. Die Hauptstadt Sloweniens hat eine überschaubare Größe, die Sehenswürdigkeiten können wir also alle zu Fuß erreichen. Wir starten mit dem Schloss, das auf einem Hügel über der Stadt thront. Der kurze Anstieg wird mit einer schönen Aussicht belohnt. Im Innenhof findet gerade die Generalprobe einer Musikaufführung statt. Am Fluss entlang laufen wir zurück, während die Häuser der Altstadt in der Abendsonne leuchten.

Bei einer Free Walking Tour erfahren wir interessante Fakten zu Ljubljana: Die rosa Kirche war eigentlich rot und ist nur ausgeblichen. Der Drache ist die Symbolfigur der Stadt, weil hier einer Legende zufolge ein Drache besiegt wurde. Zwei Dinge sind für unseren Guide besonders erwähnenswert: Das Erdbeben 1895, das große Teile der Stadt zerstörte und Jože Plečnik, der im Anschluss daran viele Gebäude nach Art des Wiener Jugendstils schuf. Im Anschluss an die Tour gehen wir in ein bekanntes Restaurant, um die typischen slowenischen Knödel zu probieren. Ich werfe einen kurzen Blick in die Kathedrale. Das beeindruckendste daran ist aber gar nicht im Inneren. Mich faszinieren eher die bronzenen Türen mit dem auffälligen Relief. Die aktuellen Temperaturen sind sehr sommerlich, zu heiß, um den ganzen Tag durch die Stadt zu laufen. Also ruhen wir uns am Nachmittag ein bisschen aus und laufen erst gegen Abend zum Tivoli Park. Danach hören wir uns einen Teil des Eröffnungskonzerts des Ljubljana Festivals an. Es findet im Park Zvezda statt. Hunderte Leute sind gekommen, um auch ohne Tickets und Sitzplatz zu zuhören.

Slowenien ist klein und die Hauptstadt liegt zentral – ideal für Tagesausflüge in andere Landesteile. Heute fahren wir zu den Škocjan Caves im Süden des Landes. Die Busverbindungen hierher sind spärlich und die Haltestelle noch ein gutes Stück vom Eingang zur Höhle entfernt. Freundlicherweise dürfen wir das letzte Stück im privaten Bus einer Schulklasse mitfahren. Gemeinsam mit fünfzig anderen Leuten werden wir durch die Dunkelheit geführt. Am Anfang geht es an filigranen Stalaktiten vorbei und über schmale Pfade. Dann öffnet sich ein riesiger unterirdischer Raum mit Stalakmiten, die durch ihre Größe und Form eher an gewaltige Felsbrocken erinnern. Über mehrere künstlich geschaffene Serpentinen geht es weiter nach unten. Hier endet der sogenannte Dry Canyon und der eigentlich sehenswerte Teil der Höhle beginnt. Der Reka Fluss fließt hier durch die Höhle, verschwindet irgendwann im Fels und taucht erst in Italien wieder auf. Über eine beeindruckende Brücke queren wir in den „lauten“ Teil der Höhle. Mehr als hundert Meter hoch ist die Deckenhöhe hier teilweise. Unter uns tost das Wasser, nach starkem Regen kann es um sechzig Meter ansteigen. Entgegen der Fließrichtung des Wassers folgen wir weiter dem Höhlenverlauf. Immer wieder sind alte Wege und Treppen von frühen Begehungen zu sehen. Sie sehen schmal und gefährlich steil aus. Die Führung endet an der Stelle, an der die Reka in die Höhle eintritt. Zurück laufen wir oberirdisch durch ein Tal – eingebrochene Teile der Höhle, die irgendwann mal noch größer war. Mit dem Zug geht es zurück nach Ljubljana.

Am Abend ist die Stadt besonders schön. Die Gebäude sind beleuchtet, die Restaurants stellen Tische direkt am Wasser auf. Studenten schlendern durch die autofreien Straßen der Innenstadt und tanzen zum Gesang der Straßenmusiker. Eine wirklich lebenswerte Stadt.

Für den letzten Tag haben wir nur noch wenig Programm. Am Vormittag laufen wir zu „Metelkova“, ein Treffpunkt für Künstler und die alternative Szene. Die Gebäude sind komplett mit Graffiti bedeckt und seltsame Kunstwerke stehen herum. Um diese Tageszeit sind aber nur wenige Menschen hier unterwegs. Wir schauen uns die berühmte Drachenbrücke von Nahem an. Später spazieren wir am Fluss entlang stadtauswärts in die andere Richtung. Ein Touristenboot nach dem anderen schippert an uns vorbei. Viele Menschen sind mit Hunden unterwegs. Im Wasser schwimmen Enten und ein Nagetier (laut Wikipedia könnte es ein Nutria sein).

Falls es noch nicht raus zu hören war: Ljubljana ist wunderschön und auf jeden Fall einen Besuch wert! Slowenien ist aber vor allem auch für seine Natur bekannt. Deswegen fahren wir noch weiter und zwar in den Norden, in die Nähe des Triglav Nationalparks.

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