Woche 4: Lima und Cusco

Ankunft im zweiten Land auf unserer Reise: Peru.

Perus Hauptstadt ist riesig, viel größer als ich gedacht hatte. Die meisten Touristen wohnen im Stadtviertel Miraflores an der Küste. So auch wir. Am ersten Abend genießen wir gleich mal das lokale Bier Cusquena in der Rooftop Bar des Hostels.

Den vorerst einzigen Tag in Lima verbringen wir in unserem Viertel. Der Malecón ist eine Promenade, die mehrere hundert Meter an der Steilküste entlang führt. Unten, direkt am Wasser verläuft die Schnellstraße, der Himmel ist grau bewölkt (ist hier fast immer so). Deshalb ist der Ausblick Richtung Wasser weniger schön, als der auf die vielen kleinen Parks entlang des Weges.

Küste vor Lima

Eigentlich wollen wir die Ausgrabungsstätte Huaca Pucllana besuchen. Dort wird uns aber gesagt, dass man Tickets am Tag vorher online kaufen muss. Keine Ahnung, warum dann das Kassenhäuschen besetzt ist. Stattdessen schlendern wir noch über den Souvenirmarkt, hier werden diverse, sehr bunte Produkte aus Lama/Alpakawolle angeboten. Sieht alles sehr hübsch aus, aber im Rucksack ist für die nächsten Monate leider kein Platz frei.

Am Abend probieren wir ein weiteres typisch peruanisches Getränk: Pisco Sour. Für meinen Geschmack etwas zu stark und zu herb. Und dann stellen wir fest, wie trügerisch das Wetter hier ist. Obwohl es den ganzen Tag komplett bewölkt war, sind unsere Gesichter total verbrannt. Die Sonne hier ist unglaublich stark.

Wir haben uns entschieden nach Cusco zu fliegen, obwohl man dann angeblich leichter höhenkrank wird (die Stadt liegt auf 3400m). Die Alternative wären allerdigs 22 Stunden Busfahrt, das wollten wir uns nicht antun. Es geht uns nicht wirklich schlecht, aber man merkt die Höhe auf jeden Fall. Nach jeder Treppe fühle ich mich wie nach einem 100m-Sprint. Also lassen wir es ruhig angehen in den ersten zwei Tagen.

Cusco, die ehemalige Inka-Hauptstadt, ist die Touristenhochburg des Landes und das merkt man. Ein Souvenirladen nach dem anderen, ständig werden uns Massagen oder Taxifahrten oder Restaurantplätze angeboten. Wie in den meisten südamerikanischen Städte ist die Plaza de Armas das Zentrum des ganzen Trubels. Darum herum, in der historischen Altstadt, sieht man an vielen Stellen altes Mauerwerk aus Inka-Zeiten. Typisch sind die perfekt aufeinander liegenden Steine, die oft auffällige Einkerbungen haben. Wir besuchen auch das Coca-Museum (der Genuss der Blätter ist in Peru legal). Es ist klein und altmodisch und behandelt eine verrückte Mischung von Themen rund um die Coca-Pflanze: Kunstgegenstände, religiöse Artefakte, CocaCola-Flaschen, detaillierte Beschreibungen wie man Cocain herstellen kann und anschließende Warnungen vor Drogenmissbrauch.

An Tag drei wagen wir etwas größere Anstrengungen. In den Berghängen nördlich der Stadt liegen mehrere Inka-Ruinen. Wenn man sie besuchen möchte muss man ein Kombiticket kaufen, einzeln geht nicht. Das ist uns zu teuer, deshalb schauen wir sie nur von außen an. Ohnehin bräuchte man zusätzlich einen Guide, um genaueres über die Geschichte zu erfahren. Mit erklärenden Texten an Ort und Stelle haben es die Peruaner nicht so… Die größte und der Stadt am nächsten gelegene Ausgrabungsstätte ist Sacsayhuaman. Sie hat vermutlich religiösen und/oder militärischen Zwecken gedient. Wir laufen immer weiter, an allen vier Ruinen vorbei bis hinauf in die Berge, wo einheimische Bauern ihre Felder von Hand bestellen. Auf dem Rückweg begleiten uns zwei Straßenhunde. Am Anfang stört es uns nicht groß, aber dann wird es unmöglich sie wieder los zu werden. Dementsprechend sinkt meine Laune zunehmend, bis wir es schaffen, die Hoteltür zwischen ihnen und uns zu schließen.

Für den ersten großen Ausflug in Peru werden wir noch vor Sonnenaufgang abgeholt. Nach zwei bis drei Stunden, teils abendteuerlicher, Fahrt über ungeteerte Straßen, beginnt unsere Wanderung zum Rainbow Mountain Vinicunca. Von 4600m auf 5000m muss man aufsteigen, um die bunten Mineralien zu sehen. Alternativ kann man für den ersten Wegabschnitt ein Pferd mieten. Das erspart einem aber nicht den letzten, steilen Anstieg. Wir gehen zu Fuß, ganz langsam, denn bei jeder kleinsten Anstrengung bekommt man Herzrasen. Mir ist leicht schwindelig und mein Kopf drückt, gut dass wir nicht lange auf dieser Höhe sein werden. Die ganzen anderen Touristen einmal ausgeblendet, ist der Anblick des bunt gestreiften Berges wirklich etwas besonderes. Nach 40 Minuten beginnt der deutlich einfachere Abstieg und die rumpelige Fahrt zurück. Jetzt am Nachmittag ist es in dem Van so glühend heiß, dass wir heilfroh sind endlich wieder in Cusco anzukommen.

Vinicunca

Nach den beiden Ausflügen und insgesamt fünf Tagen in Cusco sollten wir ausreichend akklimatisiert sein für die nächste, längere Wanderung. Deswegen decken wir uns am letzten Tag nur noch mit ausreichen Sonnencreme und Snacks ein, schlendern über den Markt und gönnen uns eine Massage.

Mercado Central de San Pedro
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