09.05.23-13.05.23
Wir fahren weiter Richtung Norden, nach Anjuna. Obwohl der Ort nicht direkt schön ist, ist mein erster Eindruck hier viel positiver. Es scheint viel ruhiger und ländlicher zu sein. Die kleinen Straßen im touristischen Viertel neben dem Strand sind nicht geteert, überall laufen Kühe rum und es riecht eher nach Bauernhof als nach Abgasen. Es gibt eine große Auswahl an Restaurants. Der Strand ist allerdings viel schmaler, mit nur ein paar Hütten und leider viel Müll. Wir laufen an den vielen Souvenirshops vorbei bis zu einem gut sortierten Supermarkt. Dann genießen wir mit einem kühlen Getränk in der Hand die Dachtterrasse unseres Hostels.






Am Mittwoch findet in Anjuna eigentlich immer ein berühmter Flohmarkt statt. Wie wir schon befürchtet haben, sind in der Nebensaison aber nicht sehr viele Verkäufer da. Die Stände die wir sehen (und die alle das gleiche verkaufen) scheinen die üblichen, festinstallierten Touristenläden zu sein. Ganz leicht enttäuscht gehen wir weiter zum Strand. Am Südende ragen ein paar flache, rote Felsen aus dem Wasser. Dort beobachten wir ein paar Minuten lang die vielen Krabben. Dann suchen wir uns eine Liege im Schatten. Das Badeerlebnis an diesem Strand ist allerdings ziemlich bescheiden, unter anderem weil überall Glasscherben herum liegen.



Am nächsten Morgen laufen wir ein längeres Stück zu einem Frühstückslokal. Obwohl es schon halb neun ist, sind kaum andere Leute unterwegs. Nur die Hunde bellen uns um diese Uhrzeit an (später am Tag liegen sie immer lethargisch im Schatten herum). Auch wir bleiben heute überwiegend im schattigen Hostel. In erster Reihe am Strand befinden sich viele schicke Bars, in denen man angeblich gut den Sonnenuntergang beobachten kann. Da sie aber für gute Plätze einen ziemlich hohen Mindestumsatz verlangen, verzichten wir auf einen Besuch. Stattdessen laufen wir zum Ende der Straße, die den Strand entlang führt. Hier sind breite Treppenstufen in den Hang gebaut, ein viel schönerer Platz für den Sonnenuntergang und komplett kostenfrei.



In Anjuna fällt es einem leichter sich vorzustellen, wie es in Goa in der Hauptsaison aussieht. Zwar sind auch hier die wenigen Touristen hauptsächlich Einheimische, aber Infrastruktur für deutlich mehr Menschen ist vorhanden, nicht nur Souvenirshops und Alkoholläden, sondern auch Bars (mit lauter Musik für potentielle Partys) und Restaurants. Fast alle haben geöffnet und die Auswahl an westlichem Gerichten ist groß. Mehr als einmal genießen wir ziemlich gutes Essen und sind dabei die einzigen Gäste. Da fragt man sich schon, wie es sich lohnen kann überhaupt aufzusperren.


Statt ganz in den Norden Goas zu fahren, entscheiden wir uns für Vagator (dem Nachbarort) als nächste Station. Im Hotel gibt es einen kleinen Pool. Die Vorfreude verfliegt schlagartig, als Patrick den Fuß rein hält. Die Temperatur liegt bei geschätzten 33 Grad, nicht gerade erfrischend. Trotzdem setzen wir uns auf die Stufen im Wasser. Ich fühle mich wie in der Badewanne. Zweiter Abkühlungsversuch: Der Strand, der glücklicherweise sauberer ist als der letzte. Die Küste ist steil an dieser Stelle und bildet einen hübschen Hintergrund zum grauen Sand. Nachdem wir durch genügend Wellen getaucht sind, laufen wir zum Aussichtspunkt auf den Felsen und dann zurück zum Hotel. Der Abend verläuft nicht so, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Im Hotelzimmer finden wir mehrere verdammt große Kakerlaken, die offensichtlich aus dem Abfluss der Dusche krabbeln. Wir verschließen den Abfluss, fangen alle sichtbaren Tiere ein (sie können fliegen!) und lassen über Nacht das Licht im Zimmer an. Obwohl wir dann keine weiteren mehr sehen, schlafen wir nicht besonders gut.


In der Hoffnung der Hitze zuvor zu kommen (hat nicht funktioniert) machen wir uns früh morgens auf den Weg zum Chapora Fort. Von der weitläufigen Ruine aus hat man einen guten Blick über das Palmenmeer von Vagator, das Luxuxresort am Strand und den umgebenden Ozean. Wir laufen nur die Mauern im vorderen Bereich entlang und drehen dann schon wieder um. Die Sonne und der Frühstückshunger sind Schuld. Die zweite gebuchte Nacht in diesem Hotel möchten wir uns nicht antun, deswegen checken wir jetzt schon aus. Nach Sichtung der Beweisfotos bekommen wir auch das Geld teilweise erstattet. Weiter geht es nach Panjim, der Hauptstadt Goas. Hoffentlich gibt es in der dortigen Unterkunft keine Krabbeltiere.

