Woche 18: Von Westport nach Queenstown

30.01.23-05.02.23

Die Woche beginnt mit einem langen Tag im Bus – und ziemlich schlechtem Wetter. Am Cape Foulwind ist ein Spaziergang vorgesehen, der am Leuchtturm vorbei und durch die hohen Flachsbüsche auf den Klippen führt. Am interessantesten sind die Seelöwen, die unten in der Bucht auf den Steinen schlafen. Sie sind so gut getarnt, dass wir einen Moment suchen müssen, bis wir circa zehn von ihnen entdecken. Dann fängt es an zu regnen. Der Bus ist nicht weit weg, trotzdem kommen alle ziemlich durchnässt an. Gerade als wir uns wieder aufgewärmt haben, sind wir schon am nächsten Stopp, den Pancake Rocks. Das sind zerklüftete Sandsteinfelsen, die durch ihre ungewöhnlich feine Schichtung gestapelten Pfannkuchen ähneln. Wir bleiben nicht lange an den Aussichtspunkten, denn es regnet immer noch.

Gegen Abend kommen wir in Franz Josef an (der Ort heißt wirklich so). Bekannt ist er für den gleichnamigen Gletscher. Wer das nötige Kleingeld hat, kann sich mit dem Helicopter hoch fliegen lassen und auf dem Eis spazieren gehen (Heli Hike). Wir entscheiden uns für eine Wanderung ohne motorisierte Unterstützung. Erst geht es eine Weile am dampfenden Waiho River entlang (das Phänomen entsteht irgendwie durch das eisige Wasser und die warme Luft). Später überqueren wir mehrere Seitenarme des Flusses auf wackeligen Hängebrücken. Der eigentliche Wanderweg führt ausschließlich durch den Wald. Gegen Ende wird es steiler und steiniger. Eine Herausforderung, denn die Steine sind nass und rutschig. Unser Ziel ist der Roberts Point. Hier steht eine hölzerne Plattform, die den Blick zum Gletscher ermöglicht (sonst sieht man nicht über die hohen Büsche). Das ist das Verrückte: Wir sind nicht besonders hoch hier. Der Gletscher reicht fast bis an die dichte Vegetation heran (obwohl er natürlich auch geschrumpft ist in den letzten Jahren).

Auf der Weiterfahrt, am nächsten Tag, bekommen wir auch noch den benachbarten Fox Gletscher zu sehen. Unser heutiger Zwischenstopp ist Lake Matheson. Sein dunkles Wasser (wie bei einem Moor) und der windstille Morgen sind beste Voraussetzung für perfekte Spiegelungen. So sieht man, von einer bestimmten Stelle am Ufer aus, die schneebedeckten Gipfel von Mount Cook und Mount Tasman doppelt. Die lange heutige Fahrt geht durch dichten Regenwald hinauf in die Berge und über einen Pass. Ab da ändert sich die Landschaft schlagartig. Weil die Wolken an den Bergflanken auf Küstenseite abregnen, ist es hier super trocken (Föhneffekt). Wir folgen einem wunderschön blauen Fluss durch die karge Landschaft, die einmal Schauplatz eines gigantischen Goldrausches war. Am späten Nachmittag erreichen wir Queenstown. Der kleine Ort ist die Touristenhochburg des Landes. Die Straße führt zuerst durch das Villenviertel auf den Hügeln, die die Stadt umgeben. Dann erst sehen wir das Zentrum, direkt am Ufer des Lake Wakatipu.

Nur wenige Meter von unseren Hostel entfernt führt der Tiki Trail zu einem Aussichtspunkt auf dem Berg. Eine knappe Stunde brauchen wir nach oben. Wer lauffaul ist, kann alternativ mit der Seilbahn fahren. Einmal oben, bietet sich eine schöne Sicht auf Stadt und See (leicht beeinträchtigt nur durch die Baustelle für eine größere Seilbahn). Zurück unten in der Stadt gönnen wir uns den angeblich besten Burger der Welt (er ist gut, aber vielleicht nicht der beste). Dank des mittlerweile schlechten Wetters, zieht sich heute zumindest die Warteschlange nicht die halbe Straße entlang.

Dann gehen wir am Ufer spazieren und genießen den See endlich auch aus der Nähe. Das Wasser ist wunderschön blau und klar, aber recht kalt. Es ist Freitag – Pub Crawl Zeit (Queenstown ist auch die Partyhauptstadt). Wir besuchen fünf verschiedene Bars/Clubs. Alkohol ist in Neuseeland ziemlich teuer, die Welcomeshots sind entsprechend wässrig, das Bier aber günstiger als erwartet. Nachdem in der ersten Bar genau geprüft wurde, ob wir auch alle bezahlt haben, ziehen wir weiter zum „Bungalow“. In der kleinen Bar mit Balkon und Kaminfeuer (bisschen zu warm, jetzt im Sommer) findet ein Gewinnspiel statt. Wer als erster fünf bestimmt Gegenstände präsentieren kann (darunter einen BH und ein Kondom), ist der Sieger. Noch lustiger als mitzuspielen, ist es den anderen beim hektischen Ausziehen zu zuschauen. In der dritten Bar wird es frostig: Eine Ice Bar. Sie ist zwar klein, aber trotzdem ein Erlebnis (ich war noch nie in einer). Dann folgen zwei richtige Clubs. Unsere Gruppe hat sich mittlerweile ziemlich zerstreut. Wir tanzen noch bis kurz nach Mitternacht, bevor wir auch nach Hause gehen.

Da wir insgesamt recht lang in Queenstown sind, genießen wir es in den nächsten Tagen mal nichts zu tun (außer spazieren zu gehen). Unser Hostel hat ein Wohnzimmer mit großem Fernseher und Disney+ Account, hier kann man gut Zeit totschlagen.

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