02.01.23-08.01.23
Katoomba liegt zwei Zugstunden westlich von Sydney in den Blue Mountains. Der Plan war dort wandern zu gehen. Da wir beide nicht fit sind, beeilen wir uns nicht besonders mit der Anreise (ohnehin gibt es gerade Schienenersatzverkehr – der ist dafür kostenlos). Es bleibt an diesem Nachmittag bei einem kurzen Spaziergang zum Duke & Duchess of York Lookout und den Katoomba Cascades. Der Wald riecht so stark nach Eukalyptus!



Die für den zweiten Tag angesetzte Wanderung kürzen wir ab und lassen uns möglichst viel Zeit, damit es nicht so anstrengend ist. Der berühmte Ausblick auf die Three Sisters Felsformation ist direkt von der Straße aus zugänglich. Jetzt am Vormittag liegen sie noch im Schatten und sind gar nicht so auffällig. Dann geht es die Giant Stairway ins Tal hinab. Die Treppe ist wirklich sehr, sehr lang und steil. Unten, im Schatten der Felswand, ist es kühler und feuchter. Der Dardanelles Pass kreuzt zahlreiche kleine Wasserfälle. Dann kommt der schwierigere Teil: Wieder nach oben. Zum Glück ist die Treppe an dieser Stelle angenehmer zu gehen.









Durch den SEV müssen wir für die Rückfahrt noch früher aufstehen als ursprünglich geplant. Aber der Bus ist zuverlässig um 4:18 Uhr an der Haltestelle, sodass wir pünktlich zurück in Sydney sind. Um 7:40 Uhr fährt unser Zug Richtung Melbourne ab. Unfit wie ich bin, verschlafe ich die erste Hälfte der elfstündigen Fahrt. Es kommt mir nicht so lange vor. Die Sitze sind bequem, es ist reichlich Platz für die Füße und jeder hat einen Klapptisch. Die Klimaanlage ist auf eine sehr vernünftige Temperatur eingestellt. Die Landschaft, die an uns vorbei zieht, ist hübscher als gedacht. Wir sind hier noch nicht völlig in der Wüste. Hohes, stellenweise schon sehr trockenes Gras ist durchsetzt von mal mehr mal weniger großen Gruppen an Eukalyptusbäumen. Kein Zeichen von Zivilisation außer den romantisch kurvenreichen Schienen. Am Nachmittag ändert sich das Bild etwas. Alles sieht trockener aus. Man sieht Zäune, Straßen, Farmen. Am frühen Abend erreichen wir den Bahnhof. Die Tram in der Innenstadt von Melbourne ist kostenlos. So kommen wir bequem und günstig zu unserem Hostel (liegt über einer Bar direkt im Zentrum).



Auch hier haben wir eine Free Walking Tour gebucht. Eine der besten, die ich bisher gemacht habe. Unser Guide Laura erzählt sehr enthusiastisch Kurisositäten aus der Stadthistorie und ihrer eigenen Familiengeschichte und lässt keine Gelegenheit aus gegen Sydney auszuteilen. An diesem Vormittag merkt man, warum die beiden Städte im Dauerwettstreit liegen. Es fällt mir schwer zu entscheiden welche die schönere ist. Auch, wenn hier der Weltstadtruhm fehlt, der den Sehenswürdigkeiten in Sydney anhaftet, scheint Melbourne so lebenswert. Historische Gebäude in der Innenstadt, Parks und Skyline am Wasser, Museen und Kulturzentren und überall kleine Cafés.






Die National Gallery of Victoria ist ein riesiges Kunstmuseum mit freiem Eintritt. Im Erdgeschoss wird moderne Kunst ausgestellt, in den oberen Stockwerken finden sich Exponate aus verschiedenen asiatischen Kulturen und sakrale Kunst. Direkt neben dem Museum beginnen die Grünanlagen, die sich den Yarra River entlang ziehen. Dort steht auch der Shrine of Remembrance, ein Denkmal für die im ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten. Das kleine Museum im Inneren überspringen wir, stattdessen steigen wir die Treppen bis ganz nach oben hinauf. Von hier hat man einen schönen Überblick über die Stadt. Dann schlendern wir noch durch den Botanischen Garten. Es gibt Baumfarne und Wasserflächen und wahrscheinlich noch so viel mehr. Es ist zu heiß, um alles in Ruhe anzuschauen.





Auf Tag drei in Melbourne habe ich mich besonders gefreut. Wir haben eine organisierte Tour gebucht, denn um die Great Ocean Road besuchen zu können, braucht man ein Auto. Mit einem kleinen Bus werden wir zu verschiedenen Stopps entlang der Küste gefahren. Zwischendrin erzählt uns die Fahrerin mehr zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten und zu Flora und Fauna Südaustraliens. Abschnitt eins ist die Surf Coast mit Stränden und kleinen Städten voller Wochenendhäuser (die eine umwerfende Ausicht haben müssen). Dann folgt der grüne Abschnitt durch den Great Otway National Park (hier wachsen uhrzeitliche Pflanzen) und zum Schluss kommt das Highlight: Die Shipwreck Coast. Tiefblaues Meer schlägt gegen hohe Sandsteinklippen und bietet dramatische Anblicke (und führte früher zu dramatischen Schiffsunglücken). Am bekanntest ist die Felsformation Twelve Apostles. Zwischendrin halten wir bei einem kleinen Eukalyptuswald und seinen flauschigen Bewohnern: Koalas!









Letzter Tag in einer Stadt, in der man so viel länger bleiben könnte (wie so oft…). Wir fahren an den St Kilda Beach (bequem mit der Tram). Am Strand liegen ist immer super. Aber in diesem Punkt gewinnt Sydney gegen Melbourne. Mit dem Bondi Beach kann das trübe, grüne Wasser hier nicht mithalten. Wir bleiben nicht besonders lange, es ist einfach viel zu heiß (kein Schatten in Sicht). Durch die Erkältung konnten wir das Nachtleben hier nicht wirklich kennen lernen, obwohl es viele tolle Bars gäbe. Die im Hostel haben wir auch nicht genutzt. Aber am letzten Abend trinken wir dann doch noch einen Cocktail im „Storyville“.


