Woche 13: Silvester in Sydney

27.12.22-01.01.23

Mit dem Flug von Honolulu nach Sydney haben wir die Datumsgrenze im Pazifik überquert. Und damit eineinhalb Tage im Flugzeug verbracht – zumindest auf dem Papier. Nach knapp zehn Stunden Flugzeit landen wir. Die Bio-Security eskortiert ein paar Leute aus dem Flugzeug. Wir wissen nicht, ob es um Covid oder etwas anderes geht.

Nach nur 20 Minuten in der Metro steigen wir mitten im Central Buisness District von Sydney aus (der Nahverkehr ist wirklich super hier). Ein bunte Mischung an Leuten schlendert die Straßen entlang, überall gibt es asiatisches Essen zu kaufen. Es ist schon recht spät, aber für einen kurzen Spaziergang vor Sonnenuntergang haben wir noch Zeit. Im Tumbalong Park sitzten viele Familien mit Kindern und im Wasser von Darling Habor treibt noch die Weihnachtsdekoration.

Statt Stadtbesichtigung haben wir uns für den ersten Tag Baden am Bondi Beach vorgenommen (das Wetter wird die nächsten Tage schlechter sein). Der berühmte Strand enttäuscht uns nicht. Ein perfekter Halbkreis aus goldenem Sand, kristallin und gesprenkelt wie Vanillezucker. Praktischerweise auch breit genug für sehr, sehr viele Leute. Das Wasser ist kalt, aber so schön klar. Nach einer Weile laufen wir weiter, am Icebergs Pool vorbei und die Sandsteinküste entlang. Es ist ziemlich windig, aber die Aussicht ist umwerfend. Man kann an mehreren kleineren Stränden vorbei bis zum Cogee Beach laufen. Das ist uns heute zu weit und zu heiß. Wir bleiben am Bronte Beach. Auf der südlichen Seite gibt es ein kleines (überlaufenes) öffentliches Schwimmbecken. Im Norden, vor dem Rettungsschwimmerposten, ist am meisten los. In der Mitte wird schwimmen nicht empfohlen, weil die Flut gerade zurück geht und starke Strömungen entstehen.

Von unserem Hotel aus schlendern wir nach Norden. Das Queen Victoria Building ist ein kleines Shoppingcenter in altmodisch britischem Design. Unser eigentliches Ziel ist der Pylon Lookout, eine Aussichtsplattform auf dem Brückenpfeiler der Habor Bridge. Von hier sieht man die Skyline und das Operahouse, heute leider vor sehr bewölktem Himmel (der Blick auf das Nordufer ist durch die Brücke versperrt). Im zugehörigen Museum erfährt man wie die riesige Brücke vor fast hundert Jahren gebaut wurde.

Weil es Patrick nicht gut geht, mache ich die Free Walking Tour alleine. Sie führt vom Hyde Park aus an vielen Gebäuden mit historischer Bedeutung vorbei (aus der Zeit als die Stadt noch eine britische Sträflingskolonie war) zum Fährhafen Circular Quay. Dann durch das hügelige Viertel The Rocks, wo früher kriminelle Banden Unschuldingen auflauerten. Die Tour endet an einem Aussichtspunkt. Leider wird die Sicht zur Hälfte von einem riesigen Kreuzfahrtschiff versperrt.

Traurigerweise startet Patrick noch immer angeschlagen und jetzt auch noch mit Augenentzündung in seinen Geburtstag. Nach einem „to be health“ Frühstück, ist es schon Zeit sich für den Abend fertig zu machen. Die meisten Orte, von denen aus man das Feuerwerk gut sehen kann, sind nur mit Tickets zugänglich. Wir haben im Vorfeld welche für die West Circular Quay Zone ergattert. Als wir 40 Minuten vor Einlass, mit Unmengen an Snacks bepackt, dort ankommen, hat sich schon eine lange Schlange gebildet. Es gibt Taschenkontrolllen (Alkohol- und Glasflaschenverbot) und viele Leute, die sich vordrängeln (was für schlechte Stimmung sorgt). Um 17 Uhr sitzen wir endlich am besten (noch freien) Platz auf der Wiese. Noch sieben Stunden bis Mitternacht – Snacktime. Die Stimmung ist toll, wie auf einem Festival. Viele Leute, laute Musik, angenehm warmes Wetter. Nach Sonnenuntergang beginnt das Programm. Beleuchtete Schiffe fahren durch den Hafen, Lichtprojektionen werden an die Brückenpfeiler gestrahlt (von unserem Platz aus nicht sichtbar) und um 21 Uhr startet das 8 minütige Pre-Feuerwerk. Danach zieht sich die Wartezeit. Es ist kühler geworden und wir fühlen uns beide ziemlich krank. Auch um uns herum schlafen ein paar Leute. Aber irgendwann ist es soweit: Das Jahr endet vor der Kulisse des berühmtesten Feuerwerks der Welt. Ein bewegender Moment irgendwie. Ich kann kaum glauben, dass ich wirklich hier stehe. 12 Minuten lang erhellten wunderschöne bunte Muster den Himmel über Habor Bridge und Operahouse.

Viele starten wohl verkatert in diesen ersten Tag des neuen Jahres. So fühle ich mich auch, leider krankheits- und nicht alkoholbedingt. Am Nachmittag raffen wir uns auf, um noch ein paar sonnige Stunden am letzten Tag in Sydney zu genießen. Wir schlendern an Opera Bar und Operahouse vorbei und durch den Botanischen Garten. Der ist kostenlos und direkt am Wasser gelegen. Eigentlich ist es ein Park mit kleinen Themengärten. Vom nördlichsten Punkt (Mrs Macquaries Point) hat man den perfekten Blick auf die Oper und die Brücke im Hintergrund.

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