23.12.22-25.12.22
Ein weiterer Kurzstreckenflug (auch, wenn man Zeit hätte – es gibt keine Fährverbindungen) bringt uns von der größten zur wichtigsten Insel Hawaiis. So bekommen wir immerhin noch die beiden höchsten Berge zu sehen: Mauna Kea und Mauna Loa (der bis vor ein paar Tagen noch aktiv war) auf Big Island. Auf O´ahu liegt Hawaiis Hauptstadt Honolulu und die ist deutlich größer als alle anderen Städte auf der Inselgruppe. Eine Stunde braucht der Bus vom Flughafen zu den Hotels am Waikiki Beach. Eine interessante Stimmung erwartet uns dort. Tropisch und gleichzeitig super amerikanisch, auf jeden Fall aber sehr lebendig. Viele Menschen, beleuchtete Palmen, Weihnachtsdeko und Blumenketten – es gefällt mir.


Wir haben es geschafft Permits für die beiden bekanntesten Attraktionen zu bekommen. Wir starten mit der Wanderung auf den Diamond Head. Der Weg ist gut ausgebaut und nicht besonders lang, aber stellenweise sehr steil. Anstrengend wird es durch das tropische Klima, schon nach ein paar Minuten sind wir schweißgebadet. Auf dem höchsten Punkt des Kraterrandes befindet sich ein alter Bunker. Ich verstehe, warum der Zutritt begrenzt ist. Auch so sind wahnsinnig viele Menschen hier oben. Dafür bekommt man eine nette Sicht auf die Skyline am Waikiki Beach, den Krater und das Ko’olau Gebirge im Hintergrund.






Die zweite Station für heute liegt genau auf der anderen Seite der Stadt: Pearl Habor. Der Ort, an dem die Japaner 1941 die amerikanische Pazifikflotte zerstört haben, woraufhin Amerika dem zweiten Weltkrieg begetreten ist. Hier gibt es Denkmäler für die vielen damals Getöteten und mehrere Museen. Am bekanntesten ist das Denkmal, das über der USS Arizona errichtet wurde. Das Kriegsschiff ist nach einer Explosion gesunken und wurde nie geborgen. Noch heute kann man seine Umrisse im flachen Wasser erkennen.



Waikiki Beach: Unser einziger wirklicher Strandtag. Der goldene Sand ist auch am Vormittag schon voller Menschen. Wir legen uns in die Sonne und sehen den Surfern in der Ferne zu. Kaum zu glauben, dass Heiligabend ist. So habe ich Weihnachten noch nie erlebt. Es ist schön, den Tag im Freien zu verbringen, ohne zu frieren. Besonders festliche Stimmung, kommt so aber nicht auf. Leider findet sich im Hostel niemand, der mit uns gemeinsam ein bisschen feiern möchte. Auch unsere Kochpläne gehen nicht auf. Also gehen wir in ein bezahlbares Restaurant (hier kann man nicht reservieren, deswegen hat man Chancen auf einen freien Platz) und bestellen Huhn mit Nudeln in amerikanischer Portionsgröße. Den restlichen Abend sitzten wir mit einer Flasche Wein und Keksen im Innenhof und hören Weihnachtslieder.




Am Christmas Day gehen wir wandern. Ohnehin hat heute in der Stadt fast alles geschlossen. Zum Nordrand der Stadt kommt man mit dem Bus. Von dort laufen wir zum Manoa Wasserfall. Der Weg ist breit und nicht sehr lang. Geeignet auch für unsportliche Menschen, dementsprechend viel ist hier los. Obwohl es nachts geregnet hat, fließt nur wenig Wasser über den Felsen herab. Das „Betreten verboten“ Schild wird fleißig ignoriert, alle wollen im Fluss baden gehen. Das Gedränge ist anstrengend, hatte ich so nicht erwartet. An der nächsten Gabelung biegen wir auf einen schmalen Pfad ab und sofort haben wir die Natur für uns. Fühlt sich wie eine Befreiung an. Der Weg ist schlammig, die Umgebung dafür umso schöner. Und so vielfältig. Bambuswälder unterbrochen von Banyan-Bäumen, blühenden Stauden und Farnen. Mal sind die Bäume über den Weg gekrümmt, mal hoch und gerade. Zwischendurch bietet sich eine wunderbare Aussicht auf die für Hawaii so typischen dicht bewachsenen Berge. Wir sind mehrere Stunden unterwegs und kommen mit schmerzenden Füßen nach Hause. Aber es hat sich gelohnt. Ein toller Ausflug an unserem letzten Tag hier.







