Woche 12: Aloha! – Maui & Big Island of Hawai’i

16.12.22-22.12.22

Die Anreise verläuft denkbar unentspannt. Das allerletzte Essen in Mexiko war nicht in Ordnung, dementsprechend schlecht fühlt sich vor allem Patrick, als wir nachts um zwei aufstehen, um den Bus zum Flughafen zu nehmen. Auf dem zweiten Flug von Dallas nach Kahului geht es mir dann auch nicht mehr so gut. Also verbringen wir die ersten eineinhalb Tage auf Maui überwiegend schlafend.

Dann endlich können wir die Insel erkunden. Vom Bus aus hat man einen schönen Blick auf die grünen West Maui Mountains. Nach einer knappen Stunde Fahrt steigen wir im Osten der Kleinstadt Paia aus und laufen von dort noch eine halbe Stunde an der Straße entlang zum Ho´okipa Beach. Ein Hawaiian Monk Seal liegt alleine, aber streng bewacht am Strand. Und ganz am Ende, da wo man nicht hinlaufen darf, liegen um die zwanzig Meeresschildkröten. Wenn man eine Weile das Meer beobachtet ahnt man, dass noch viel mehr von ihnen im flachen Wasser schwimmen. Mal sieht man einen Schatten in den Wellen, mal ein Köpfchen, das nach Luft schnappt. Der Zugang zum Wasser ist fast auf ganzer Strandlänge durch Felsen erschwert. Da die Wellen heute so hoch sind, ist baden nicht möglich, nur Surfer sind unterwegs. Wir setzten uns zumindest kurz in einen natürlichen Pool, der die Brandung abschirmt.

Unser Hostel organisiert eine Reihe Ausflüge. Am letzten Tag fahren wir mit. Es geht in den Haleakala Nationalpark. Knapp 20km lang soll die Wanderung sein. Obwohl nicht sicher ist, dass das wirklich stimmt, scheint es anstrengend zu werden. Immerhin gehören wir nicht zu denen, die gestern zu viel vom Freibier getrunken haben. Auf der Anfahrt (den Berg hoch auf 3000m) wird unnötig viel getrödelt, weshalb wir erst gegen 12 Uhr loslaufen. Der Sonnenuntergang um 17 Uhr ist Teil des heutigen Programms. Wir sind skeptisch, was den Zeitplan angeht. Der Weg: Erst Abstieg in einen Talkessel, Querung zwischen Vulkankratern, am Ende steiler Aufstieg und Fahrt zum höchsten Punkt. Es gibt zwei Probleme. Erstens: Wie immer sind in der Gruppe ein paar Leute ziemlich langsam, man muss ständig auf sie warten. Zweitens: Der Nationalpark hat strenge Regel was die Gruppengröße angeht. Wir sind zu zehnt und dürfen auf keinen Fall die andere Zehnergruppe vor uns einholen. Sonst wären wir ja eine größere Gruppe. Das heißt, wenn die Pause machen, müssen wir auch Pause machen. Leider konnten wir nicht aussuchen in der ersten Gruppe zu sein. Zu den positiven Dingen: Der Weg ist nicht besonders anspruchsvoll. Der Anblick der kargen Mondlandschaft ist wirklich einzigartig. Rötliche Hügel ragen aus schwarzem Sand, überall liegt Lavagestein herum. Nach circa zwei Dritteln der Strecke ändern sich die klimatischen Bedingungen. Von einem Moment zum nächsten ist alles mit Pflanzen bewachsen. Als es bergauf geht, liegt der farnbewachsene Hang in den Wolken. Die Gruppe hat sich mittlerweile sehr zerstreut. Selbst unser Guide ist zurückgefallen (Knieprobleme). Patrick ist irgendwo ganz vorne. In 15min ist Sonnenuntergang, ich laufe so schnell ich kann, obwohl mir ein bisschen schwindelig ist (bin die Höhe wohl nicht mehr gewohnt). Der Van der ersten Gruppe steht noch auf dem Parkplatz und nimmt alle mit, die es bis jetzt geschafft haben. Wir sind zu viele Leute im Auto und viel zu spät dran. Deswegen fahren wir nicht mehr bis auf den Gipfel, sondern nur bis zum nächsten Aussichtspunkt. Die Sonne ist längst weg, aber der Himmel zumindest noch sehr farbig. Schnell wird es eiskalt hier oben, alle sind k.o. Doch die Rückfahrt zieht sich. Wir helfen einem Pannenfahrzeug (Freunde vom Guide) und müssen dann selbst anhalten, weil der Motor überhitzt ist. Zum Schluss gehen alle noch ewig einkaufen. Ich bin so froh als wir endlich ankommen.

Am ersten Tag auf Big Island erkunden wir Hilo. Vom japanischen Park bin ich ein bisschen enttäuscht. Er sieht etwas verwahrlost aus. Der grau bewölkte Himmel macht es nicht besser. Die großen Bäume dort sind allerdings beeindruckend. Und die kleinen bunten Vögel, die überall im Gras sitzten, gefallen mir.

Überraschenderweise sind die Busse hier kostenlos. Wir fahren zu den Rainbow Falls (man sieht wirklich einen Regenbogen), laufen von dort zu den Pe´epe´e Falls (unspektakulär) und fahren dann weiter zu den Kaumana Caves. Die Höhle ist eigentlich ein Lavatunnel vom Mauna Loa Ausbruch 1881. Wenn ein Lavafluss auf der Oberfläche und an den Seiten auskühlt und erstarrt, innen aber noch flüssig ist und weiter abfließen kann, bleiben die erstarrten Anteile als Höhle zurück. Die Kaumana Caves sind kilometer lang und an manchen Stellen eingebrochen. Von diesen Skylights aus kann man sie betreten. Mit Kopflampen bewaffnet wagen wir uns in die Dunkelheit. Es geht leicht kurvig bergauf, an zwei Stellen kann man nicht aufrecht stehen. Die Lavareste am Boden sind anfangs gut erkennbar. Später werden sie von großen, herumliegenden Felsen verdeckt. An der nächsten eingebrochenen Stelle kann man den darüberliegenden Dschungel sehen. Hier kehren wir wieder um.

Östlich von Hilo gibt es mehrere Beach Parks. Strand ist hier nur wenig vorhanden. Aber die Buchten sind so von Felsen und Mauern abgegrenzt, dass man trotzdem Baden kann. Am Richardson Beach Park schauen wir den Bodysurfern auf den gar nicht so kleinen Wellen zu. Neben dem Carlsmith Beach Park gibt es ein kleines Stück Wildnis, durch das ein Weg führt. Schon nach ein paar Metern steht man mitten im Dschungel. Noch ein paar Meter weiter sieht man das Meer. Hier wachsen Palmen und Nadelbäume (zumindest sehen sie so aus). Verrückt, dass es auf so kleiner Fläche so viele verschiedene Pflanzen gibt.

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