04.12.22-15.12.22
Auf halber Strecke nach Tulum lernen wir doch noch Mexikos Schattenseite kennen. Ein Polizeiauto hält uns an und schon als der Polizist „überrascht“ feststellt, dass wir Touristen sind (sieht man uns ja nicht an…), werden wir misstrauisch. Angeblich sind wir vor einer Schule zu schnell gefahren (es ist Sonntag). Der Strafzettel kann morgen auf dem Revier bezahlt werden. Wenn wir gleich zahlen wollen ist es günstiger. Klarer Fall von Abzocke. Ich bin etwas überfordert mit der Situation. Patrick fängt an zu diskutieren, aber für rationale Argumente ist hier niemand zugänglich. Immerhin sinkt der Preis mit der Dauer des Gesprächs immer weiter. Mittlerweile ist uns klar, dass wir das Bestechungsgeld werden zahlen müssen, um Patricks Führerschein zurück zu bekommen. Patrick schafft es die korrupten Polizisten auf 25€ runterzuhandeln. Wir fahren weiter. Ich weiß nicht, ob ich weinen oder lachen soll. Es ist so unnötig ausgegebenes Geld. Gleichzeitig war die uns aufgetischte Story, von angeblichen Überwachungskameras, so lächerlich schlecht. Der Mitarbeiter im nächsten Hostel erzählt uns, dass ihm das auch schon passiert ist. Das tröstet mich ein bisschen. Scheint doch keine reine Touristenfalle zu sein.
Wir wohnen außerhalb des Stadtzentrums in Laufweite der Mayaruinen. Entgegen der Empfehlung besuchen wir sie mittags. Das bedeutet, dass hunderte andere Menschen hier sind und es unfassbar heiß ist. Das Auffällige an dieser Mayastätte ist die Mauer, die an drei Seiten verläuft. Die Tempel und Häuser selbst sind im Vergleich zu anderswo nicht so beeindruckend. Dafür aber die Lage der Stadt: Auf einer Klippe direkt am Meer. Der Ausblick ist einfach umwerfend. Allein dafür lohnt es sich herzukommen. Oben schleichen die Iguanas durch die reiche, grüne Vegetation. Unten treffen die leuchtend türkisen Wellen auf einen kleinen goldenen Sandstrand. Es ist wunderschön.





Den zweiten Tag in Tulum nutzen wir für ein kombiniertes Erlebnispaket. Zuerst sehen wir Bienen, die nicht stechen können. Dann stellen wir Seife her, die den Honig der Bienen enthält. Wir probieren Schokolade mit Chilli (sehr scharf!) und mit Vanille (sehr lecker). Das Highlight ist aber die kleine Cenote auf dem Grundstück, die wir ganz für uns alleine haben. Das Wasser ist kalt, aber absolut klar. Man kann bis zum Boden sehen (angeblich 8 Meter).



Auf der letzten Fahrt machen wir einen Zwischenstopp. Der kleine Ort Akumal ist bekannt für die Meeresschildkröten, die zum Fressen hierher kommen. Zu ihrem Schutz darf man nur ein paar Meter weit ins Meer laufen. Wenn man ins tiefere Wasser möchte, muss man sich einer geführten Schnorcheltour anschließen. Wir entscheiden spontan das zu tun. Drei Schildkröten sehen wir und einige bunte Fische über einem kleinen Korallenriff. Ohne die Tour hätten wir sie nicht gesehen, denn in dem öffentlichen Bereich ist das Wasser trüb und aufgewühlt. Da halten sich die Tiere dann nicht mehr auf. Trotzdem würden wir die Tour nicht unbedingt empfehlen. Es sind zu viele Menschen hier und es gibt beeindruckendere Schnorchelspots anderswo.


Die letzten Tage in Mexiko verbringen wir in Playa del Carmen in einem kleinen Hotel mit Pool im Innenhof. Es gibt in der Stadt eine lange, autofreie Straße mit Restaurants und Straßenmusikern für die vielen Touristen. Es macht Spaß einfach durch zu schlendern und die vielen Souvenirs zu bewundern. Manche kitschig, viele sehr hübsch. Man kann hier auch gut feiern gehen. Entweder in den Touristenschuppen oder, besser, in den vielen kleinen Rooftopbars. Einige sind nicht einmal teuer.


Wir haben über unser Hotel kostenfreien Eintritt in einen Beachclub am Nordende des Strandes. Praktisch, weil es zu jeder Liege auch einen Sonnenschirm gibt und es mittags sehr heiß wird. Leider riecht es an diesem Strandabschnitt aber sehr seltsam (wir wissen nicht warum). Ein Strandspaziergang zum Hauptstrand weiter im Süden bietet sich an. Dachten wir zumindest. Die Profitgier hat einige Hotelbesitzer dazu getrieben, ihre Gebäude bis an die Wasserkante zu bauen, sodass man hüfttief durch die Wellen waten muss, um daran vorbei zu kommen. Oder einen längeren Umweg an Land in Kauf nehmen muss. An einer Stelle bleibt uns nichts anderes übrig, hier existiert kein Strand. Ein insgesamt ernüchterndes Erlebnis. Es lohnt sich aber an dem breiten Strandabschnitt neben dem Fähranleger ein bisschen Zeit zu verbringen. Das Wasser ist hier viel schöner als bei unserem Beachclub.



Vier Wochen Mexiko sind schon wieder vorbei. Es hat mir besser gefallen als erwartet. Wir lassen die Karibik-Strände und die Maya-Ruinen hinter uns und auch das Festland. Nächstes Ziel: Hawaii.