17.10.22 Colorado City – Las Vegas
Richtig, einer fehlt ja noch…
Wir haben tatsächlich überlegt, ob sich der mehrstündige Umweg lohnt. Ob wir nach all den anderen wunderschönen Canyons in Utah, vom größten enttäuscht sein würden. Aber ich habe mich schon die ganzen letzten Wochen darauf gefreut, also fahren wir nach Arizona.
Wir besuchen das North Rim, die nördliche Abbruchkante des Canyons. Es liegt höher als die Südseite, ist viel weniger touristisch und im Winter nicht zugänglich. Ab dem ersten Schneefall ist die Route 67 gesperrt. Jetzt zum Glück noch nicht, obwohl seit heute Visitor Center und Tickethäuschen geschlossen sind. Es ist dementsprechend einsam. In der Stunde von der letzten Abzweigung bis zum Parkplatz begegnet uns quasi kein anderes Auto. Die Straße führt durch von Bränden zerstörte Wälder, Wolken hängen über der Straße (wir befinden uns auf 2400m Höhe), die Atomsphäre ist irgendwie gespenstisch.

Zuerst fahren wir zum Point Imperial. Es ist die höchst gelegenste Stelle am ganzen Canyon. Der Blick geht allerdings nicht Richtung Colorado River, sondern in ein Seitental. Die Sicht ist diesig (das scheint normal zu sein) und so früh am Morgen sieht man Dank Gegenlicht eh nicht so viel. Immerhin sind hier zwei Leute, die ein Foto von uns machen.

Der zweite Stopp ist der Bright Angel Point. Von hier führt ein kurzer Weg zu einem Aussichtspunkt. Das Panorama ist viel beeindruckender. In der Ferne ist das South Rim zu erkennen und auch den Verlauf des Hauptcanyons kann man erahnen, obwohl der Fluss von oben natürlich nicht zu sehen ist. Ganz in der Nähe ist der Startpunkt des Wanderwegs, der in die Tiefe führt. Die klassischen Grand Canyon Bilder, die man kennt, sind von innerhalb der Schlucht aufgenommen, diesen umwerfenden Ausblick haben wir natürlich nicht. Aber die unfassbare Größe dieses Naturwunders, die ist zu sehen. Und die vielen verschiedenfarbigen Steinschichten sind einfach wunderschön. Auch, wenn wir nur kurz bleiben und keine Wanderung unternehmen, hat sich der Ausflug auf jeden Fall gelohnt.


Auf der Fahrt weiter Richtung Westen kommen wir noch an einem anderen Aussichtspunkt vorbei. Von hier sieht man fast alle Stufen der „Grand Staircase“. Also die einzelnen Gesteinsschichten des Colorado Plateaus, die schräg aus der Erde ragen und Millionen von Jahren an Erdgeschichte offenlegen. Am Boden des Grand Canyons befinden sich die ältesten Schichten, im Bryce Canyon werden die jüngsten frei gelegt. Dazwischen sind diverse andere als „Cliffs“ in der Landschaft sichtbar. Sehr fazinierend und ein kleines Highlight für mich.
