Quer durch Kansas

09.10.22 Kansas City – Hays

Ein paar kleine Unternehmungen haben wir uns aufgespart, die Kansas City auch an einem Sonntag noch bieten kann. Auch, wenn der wahre Grund, nicht sofort weiter zu fahren, Kansas BBQ ist. Das haben wir fürs Mittagessen fest eingeplant.

Doch erstmal gehts zum River Market. Kleine Spezialitätenläden säumen das Gelände und in der Mitte sind Markstände aufgebaut. Verkauft wird auch Schmuck, Seife und ähnliches, aber vor allem Obst und Gemüse. Und natürlich Kürbisse. Hätten wir eine Kochmöglichkeit in der nächsten Unterkunft, würden wir vielleicht etwas kaufen. Haben wir aber nicht. Also bleibt es bei einer Tüte Pekannüsse. Und faszinierten Blicken auf die Körbe voll verschiedenfarbiger Chillischoten.

Der Chinatown Market nebenan unterscheidet sich nicht von Asialäden in Deutschland. Auch geruchlich nicht.

Dann endlich gibt es Gegrilltes. Das Frühstück ist ja auch schon drei Stunden her. Bei so viel Fleisch reicht eine Portion, die wir teilen. Dazu gibts das obligatorische Eiswasser. Das Restaurant scheint gleichzeitig eine Art Sportsbar zu sein. Auf diversen Flatscreens laufen parallel verschiedene Footballspiele.

Kansas BBQ

Auf dem Weg zum Auto machen wir noch einen Abstecher zur Public Libary. Sie befindet sich in einem ehemaligen Bankgebäude und ist entsprechend beeindruckend. Neben Büchern ist auch eine Dachterrasse sowie ein Minikino im früheren Tresorraum geboten.

Die heutige Etappe beginnt mit dem Grenzübertritt nach Kansas. Zum ersten Mal fahren wir nicht auf der Interstate-70, sondern einer kleineren Landstraße. Da kommt richtig Roadtrip-Flair auf. Kaum Verkehr und kaum Bebauung am Straßenrand. Dass sich hinter den Bäumen Grundstücke verbergen, ist nur an den einsamen Briefkästen, neben jeweils einem Schotterweg, zu erkennen. Spätestens heute ist Amerikas Weite zu erkennen. Bis zum Horizont erstrecken sich Maisfelder und trockene Wiesen, unterbrochen von kleinen Bäumen und Rinderherden. Irgendwie gefallen mir die fluffigen Gräser und das herbstlich rote Gestrüpp.

In Wilson legen wir einen kurzen Stopp ein und bewundern das weltgrößte tschechische Ei.

Auf den letzten Meilen für heute sehen wir etwas womit ich gar nicht gerechnet hatte: Zig Ölpumpen stehen verteilt mitten in den Feldern, manche still, die meisten aber in Betrieb. So stellt man sich doch Amerikas konservatives Herz vor: Highways, Rinderfarmen, Öl und alle paar Milen ein Schild mit Aufschrift „I love Jesus“ oder „Trump 2024“.

Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir unser Motel in Hays. Funktional und ein bisschen muffig, alles wie erwartet.

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