02.10.22 München – Chicago
Wochenlang haben wir geplant, gebucht, gepackt und die Wohnung ausgeräumt. Jetzt ist es soweit: Neun Monate Auszeit, drei Kontinente und viele neue Erfahrungen warten. Es kann losgehen!
Nach dem Stress der letzten Wochen, ist auf einmal sämtliche Anspannung von mir abgefallen. Wo ich nicht auszuhaltende Aufregung erwartet hatte, ist – nichts. Was vor uns liegt ist so fremd und schwerz zu planen, dass in meinem Kopf regelrecht Leere herrscht. Ich weiß einfach gar nicht, was auf mich zukommen wird und das macht mich seltasamerweise völlig entspannt.
Diese Reise startet wie so viele zu unchristlicher Uhrzeit. Um drei Uhr nachts bringt uns die S-Bahn zum Münchner Flughafen und dem ersten Flug nach Lissabon. Erst dort bekommen wir am Schalter die Boardig Pässe für den zweiten Flug. Online Check-in ist für USA Reisen irgendwie nicht möglich. Nach kurzem Überlegen beschließen wir die lange Umsteigezeit am Meer zu verbringen, statt am Flughafen.
Ein paar Minuten Fahrt mit der Metro und wir sind am Wasser. Genaugenommen noch nicht das Meer, sondern die Mündung des Tejo. Den Blick dominiert die unfassbar lange Vasco da Gama Brücke. Entlang der Promenade liegen kleine Gärten und Skulpturen. Wir genießen einen Kaffee in der Sonne, bevor es zurück zum Flughafen geht.


Die empfohlenen drei Stunden, die man früher da sein soll, hätte es nicht gebraucht. An der Sicherheitskontrolle ist kaum Betrieb. Also essen wir in Ruhe zu Mittag. Am Gate werden mindestens dreimal unsere sämtlichen Unterlagen geprüft. Zufälligerweise haben wir Plätze mit viel Beinfreiheit und der Sitz neben mir bleibt frei. Allerdings zum Preis des Toilettentourismus direkt vor uns. Es ist wahnsinnig kalt. Ich bin froh als wir landen.
21 Uhr Ortszeit, aber es könnte auch mitten in der Nacht sein. Kein Mensch ist unterwegs an der Grenzkontrolle. Zum Glück werden keine komischen Fragen zur Einreise gestellt. Ich bin erleichtert. Auf dem Weg zur Metro verlaufen wir uns mindestens zweimal, der Ticketautomat akzeptiert unsere Kreditkarten nicht und das gebuchte worldwide Handynetz geht auch nicht. Irgendwie schaffen wir es trotzdem in die richtige Bahn, die uns eine gefühlte Ewigkeit in die Innenstadt fährt, wo unser Anschlussbus nicht wie geplant fährt. Planlos stehen wir mit unseren Rucksäcken in der Nacht. Kein gutes Gefühl. Zwei Haltstellen weiter (zu Fuß) warten andere Leute, hier fährt der Bus tatsächlich. Um Mitternacht sind wir in unserem Hostel. Endlich da. Endlich schlafen.